| Als Gast der MISEREOR-Eröffnung 2010 im Bistum Münster besuchte Erzbischof Jean Zerbo aus Bamako im westafrikanischen Mali auch das Gymnasium Dionysianum und stellte das Leben der Menschen in Mali dar. Obwohl fast 80% der Menschen von der Landwirtschaft leben, sind ca. 30% unterernährt. Eine Ursache dafür ist der Klimawandel. Dadurch ist die Temperatur in einigen afrikanischen Ländern in wenigen Jahrzehnten um 2°C gestiegen, wodurch die Seen stark geschrumpft sind und die Vegetation zurückgegangen ist. Durch Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen in den Industrieländern und durch die Anpassung an die Folgen des Klimawandels in den Entwicklungsländern können die schlimmsten Auswirkungen gemindert werden. Der Schulleiter, Herr Huesmann, überreicht Erzbischof Zerbo die Anhand von eindruckvollen Bildern zeigte Erzbischof Zerbo, der das Forum zum „Klimawandel im Sahel“ im November 2009 in Niger maßgeblich begleitet hat, wie die Vegetation durch konkrete Maßnahmen verbessert werden kann. Beispiele dafür sind der Einsatz neuer Kochstellen, die weniger Holz verbrauchen, die Errichtung von Dämmen gegen Überschwemmungen und die Aufhäufung von Steinen zur Sammlung des Wassers im Boden. Durch besonderes Saatgut und die Züchtung widerstandfähigen Viehs wird die Ernährungssituation der Menschen verbessert. Diese und andere Maßnahmen versetzen die Menschen in Mali und anderen Entwicklungsländern in die Lage, unter sich verschlechternden Lebensbedingungen zu überleben und die eigene Existenz langfristig zu sichern. Für uns ist es eine Frage der Gerechtigkeit und der Solidarität, die Armen bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels, sowie der Not– und Aufbauhilfe zu unterstützen. Im anschließenden Gespräch informierten sich die Schüler auch über die Situation der jungen Kirche in Mali. Zerbo schilderte, dass aufgrund der Zunahme der Gottesdienstbesucher die Kathedrale von Bamako zu klein sei und durch eine größere ersetzt werden solle. Der Erzbischof warnte die deutschen Christen ausdrücklich davor, christliche Werte, Symbole und Gotteshäuser aufzugeben, weil dann ein großes Vakuum entstehe, das einen Raum für andere weltanschauliche Wertesysteme schaffe. |