Mali im Focus des Klimawandels

Erzbischof Zerbo aus Mali referierte im Religionskurs
der Jahrgangsstufe 13 


Text und Bilder: Monika Fischer, 10. März 2010
Als Gast der MISEREOR-Eröffnung 2010 im Bistum Münster besuchte Erzbischof Jean Zerbo aus
Bamako im westafrikanischen Mali auch das Gymnasium Dionysianum  und
stellte das Leben der Menschen in Mali dar. Obwohl fast 80% der Menschen von der Landwirtschaft
leben, sind ca. 30% unterernährt. Eine Ursache dafür ist der Klimawandel. Dadurch ist die
Temperatur in einigen afrikanischen Ländern in wenigen Jahrzehnten um 2°C gestiegen, wodurch die
Seen stark geschrumpft sind und die Vegetation zurückgegangen ist. Durch Minderung des Ausstoßes
von Treibhausgasen in den Industrieländern und durch die Anpassung an die Folgen des
Klimawandels in den Entwicklungsländern können die schlimmsten Auswirkungen gemindert
werden.

Der Schulleiter, Herr Huesmann, überreicht Erzbischof Zerbo die
Festschrift des Gymnasium Dionysianum.

Anhand von eindruckvollen Bildern zeigte Erzbischof Zerbo, der das Forum zum „Klimawandel im

Sahel“ im November 2009 in Niger maßgeblich begleitet hat, wie die Vegetation durch konkrete
Maßnahmen verbessert werden kann. Beispiele dafür sind der Einsatz neuer Kochstellen, die weniger
Holz verbrauchen, die Errichtung von Dämmen gegen Überschwemmungen und die Aufhäufung von
Steinen zur Sammlung des Wassers im Boden. Durch besonderes Saatgut und die Züchtung
widerstandfähigen Viehs wird die Ernährungssituation der Menschen verbessert. Diese und andere
Maßnahmen versetzen die Menschen in Mali und anderen Entwicklungsländern in die Lage, unter
sich verschlechternden Lebensbedingungen zu überleben und die eigene Existenz langfristig zu
sichern.
Für uns ist es eine Frage der Gerechtigkeit und der Solidarität, die Armen bei der Anpassung an die
Folgen des Klimawandels, sowie der Not– und Aufbauhilfe zu unterstützen.
Im anschließenden Gespräch informierten sich die Schüler auch über die Situation der jungen Kirche
in Mali. Zerbo schilderte, dass aufgrund der Zunahme der Gottesdienstbesucher die Kathedrale von
Bamako zu klein sei und durch eine größere ersetzt werden solle. Der Erzbischof warnte die
deutschen Christen ausdrücklich davor, christliche Werte, Symbole und Gotteshäuser aufzugeben,
weil dann ein großes Vakuum entstehe, das einen Raum für andere weltanschauliche Wertesysteme
schaffe.

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