Berufsinformation

Girls' Day/ Boys' Day

Zum ersten Mal in der 350-jährigen Geschichte des Gymnasium Dionysianum fand in diesem Schuljahr ein gemeinsamer Girls’ und Boys’ Day statt. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 waren eingeladen, einen Einblick in Berufsfelder zu gewinnen, die für die Mädchen als „typisch männlich“ und für die Jungen als „typisch weiblich“ gelten.

Insgesamt nahmen mehr als 30 Schülerinnen und Schüler erfolgreich an dieser Veranstaltung, die am Gymnasium Dionysianum von den Lehrern Christiane Sallandt und Ingo Schröer-Oelgeklaus sowie von der Schulverwaltungsassistentin Marlies Bierbaum organisiert worden war, teil. Beispielhaft für die vielen neuen Erfahrungen und Erlebnisse, die die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 an diesem Tag machen konnten, stehen die Erfahrungsberichte von Laura Thälker, Klasse 8e und Arne Rogowski, Klasse 8c.

Girls’ Day

von Laura Thälker, Kl. 8e

Am Girls’ Day war ich in dem Bauunternehmen Kessen Bau GmbH. Dort stieß ich auch zum ersten Mal auf die wichtigste Formel im Beruf eines Ingenieurs:

M = Q * L² / 8.

M steht für Drehmoment, Q für Belastung, L für die Länge des Materials.

Diese Formel kennt jeder Bauingenieur auswendig und ist wichtig, um schnell statische Berechnungen durchzuführen.

Als erstes aber geht man beim Hausbau auf die Wünsche des Kunden ein. Mit Hilfe von speziellen PC-Programmen kann dies auch ermöglicht werden. Jede kleinste Kleinigkeit kann im virtuellen Haus eingebaut werden. In wieder anderen Programmen werden dann die Rohre, Kabel, Abflüsse usw. verlegt. Bei einer Präsentation vor anderen Architekten/Ingenieuren wird das Haus vorgestellt und sie geben mögliche Verbesserungsvorschläge.

Auch ein Lageplan des Grundstückes und des Hauses muss fein säuberlich gezeichnet werden. Darauf kann man dann sehen, auf welcher Fläche gebaut werden darf. Dies geschieht allerdings per Hand.

Da dies alles sehr aufwändig ist, ist es für den Bauunternehmer umso schwieriger, wenn sich ein Kunde alles immer wieder anders überlegt, denn sämtliche Änderungswünsche müssen neu eingearbeitet und ausgedruckt werden.

Auf einem bestimmten Plan steht genau, wie das Haus gebaut werden soll. Dachneigung, Entfernung von Garage zur Straße, ob Wohnhaus oder Firma, einfach alles ist festgelegt. Wenn ein Architekt/Ingenieur außerdem noch die Landesbauordnung und ungefähr 1000 Seiten Einarbeitung berücksichtigt, kann nicht mehr viel passieren!

Für diese ganzen Vorbereitungen brauchen Architekten/Ingenieure etwa 1 Jahr.

Am Girls Day’ habe ich viel gelernt, mir wurde auch viel gezeigt. Ich konnte den Beruf kennen lernen und hatte viel Spaß. Eine Praktikantin hat mit mir Lagepläne gezeichnet und der Mitarbeiter Andreas Jürgens hat mir alles erklärt, was ich wissen wollte.

Nun weiß ich auch, dass aus so einem einfachen PC-Programm das bekannte Spiel „Sims“ entstanden ist. Die Erfinder haben es von den Bauzeichnern abgeguckt!


Boys' Day

von Arne Rogowski, Kl. 8c

Name: Arne Rogowski

Einrichtung: Kinderland, Kindertagesstätte Lernen Fördern e.V. Kreis Steinfurt

Gustav-Heinemann Straße 48429 Rheine

3 Gruppenkindergarten (davon eine gemischte Gruppe mit Kindern im Alter von 6 Monaten bis 7 Jahren)

Mitarbeiterinnen: Leiterin: Frau Hildegard Gunka, 6-10 Erzieherinnen

Kinder: 65

Arbeitsbeginn: 7.30 Uhr

Arbeitsende: 16.30 Uhr

Als Praktikant für einen Tag konnte ich das Tagesprogramm der „roten Gruppe“ begleiten. Bei der „roten Gruppe“ handelt es sich um eine Regelgruppe, in der 25 Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren zu finden sind. Zu Beginn um ca.8 Uhr sind wir (2 Erzieherinnen, 20 Kinder, 2 Tagespraktikanten) mit dem Stadtbus zur Bäckerei Scholhölter gefahren. Dort hatten wir eine Betriebsbesichtigung. Die Kinder waren sehr aufgeregt und Interessiert. Wir sind ohne jegliche Zwischenfälle gut wieder in der Einrichtung angekommen.

Die Frühstückszeit (mit Buffet) können die Kinder selbst einteilen (von 8 – 10 Uhr).Der Gruppenraum ist in verschiedene Bereiche eingeteilt. In der Lese – und Kuschelecke durfte ich verschiedene Bücher vorlesen. Auf dem Spiele – Bauteppich habe ich über einen längeren Zeitraum mit einer Kleingruppe von 5-8 Kindern mit Bausteinen ein großes Legohaus gebaut. Die Kinder waren sehr konzentriert bei der Sache und stolz auf ihr Bauwerk. Sie hatten während der Freispielzeit auch die Möglichkeit im Toberaum der Gruppe oder am Computer zu spielen. In der Turnhalle war eine Bewegungsbaustelle aufgebaut, die von einer

Erzieherin betreut wurde. Vor der Mittagszeit gehen die Gruppen nach draußen in die Außenanlage des Kindergartens (Spielplatz, Spielgeräte, Sand, Wasserbahn). Für die Kinder der Übermittagsbetreuung gibt es in den jeweiligen Gruppen ihr Mittagessen. Nach dem Essen wird eine halbe Stunde lang eine Ruhepause durchgeführt. Die Kinder können sich zurückziehen und ausruhen.

Mein Arbeitstag endete um ca. 16.30 Uhr. Es war sehr interessant, den Arbeitsbereich Kindergarten kennen zu lernen. Mit den Kindern zu arbeiten ist sehr abwechslungsreich, da man sehr individuell und flexibel handeln muss. Es ist aber dennoch sehr anstrengend, weil man immer sehr ruhig und gelassen reagieren sollte.

Die Möglichkeit auch während der Schulzeit in die Arbeitswelt bzw. in Betriebe zu gehen, halte ich für sehr sinnvoll und lehrreich, da man dadurch viel über die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen und unterschiedlichsten Anforderungen der einzelnen Arbeitsfelder erfahren kann. Ich würde so eine Gelegenheit, um verschiedene Berufsfelder kennen zu lernen, jederzeit wieder nutzen.

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