Roboking 2007

Dionysianer dominieren bei den Ritterspielen in Chemnitz

Souveräner 1. und 2. Platz beim bundesdeutschen Roboterwettbewerb

von Manfred Remke    Bilder und Videos: Gymnasium Dionysianum (c) 2007.

RoboKing, der König der Roboter, hatte am Wochenende seine RoboRitter zum alljährlichen Turnier eingeladen. In zwei Disziplinen, dem Ringstechen und dem Ballerobern, diesmal ausgetragen in Form von Ritterspielen - sollten sich die besten RoboKämpfer Deutschlands und der Schweiz beweisen.

Mit dieser Aufgabenstellung warb bereits im Sommer dieses Jahres die TU Chemnitz für die Teilnahme am wohl anspruchsvollsten Roboterwettbewerb auf Schülerebene. Insgesamt 33 Teams aus dem gesamten Bundesgebiet und der Schweiz wurden im Rahmen einer qualifizierten Bewerbung zur Teilnahme am Zwischenwettbewerb in Chemnitz zugelassen, darunter gleich 5 Mannschaften des Dionysianum.

 Die Gruppe

Ihre konkrete Aufgabe bestand darin, einen Roboter zu entwerfen, zu entwickeln und zu programmieren, der in der Lage ist, auf einem 2 m x 3 m großen Spielfeld selbständig vier an einem „Galgen“ befindliche Ringe herunterzustechen sowie bis zu 20 auf dem Feld verteilte Bälle aufzusammeln und in ein Depot zu transportieren. Höchste Anforderungen auf dem Gebiete der Elektronik, Mechanik und Programmierung sowie große Kreativität sind vonnöten, um die gestellten Aufgaben zu lösen.

Gut drei Monate hatten die Schüler Zeit, ihren Roboter zu konstruieren und auf einem eigens erstellten Spielfeld zu testen. Am Freitag vergangener Woche wurde es dann für die Teams Ernst. 25 Schüler, 5 Roboter und zwei begleitende Lehrer verabschiedeten sich vom Dionysianum, nahmen ihre „Rüstungen“ auf und machten sich auf den Weg zum Ritterturnierfeld in Chemnitz.

Die 2. Sieger

Am Samstagmorgen um 09:00 Uhr eröffnete der "König" den Wettbewerb. In beiden Disziplinen wurden jeweils 3 Turnierspiele pro Mannschaft absolviert, deren beiden besten in die Bewertung übernommen wurden. Im Ringstechen konnten innerhalb von eineinhalb Minuten pro erbeuteten Ring 3 Ritterpunkte gesammelt werden, im Ballerobern hatten die Roboter im Zeitraum von fünf Minuten Gelegenheit, möglichst viele Bälle mit je 1 bis 3 Punkten in ihr Depot zu befördern.

Mit einem Superstart konnte das Favoritenteam des Dio, die BallCatchers mit Simon Bertling, Matthias Piepel, Markus Röttering, Dominik Ellguth und Christian Terhorst bereits ihre beiden ersten Läufe in jeder Disziplin abschließen, zogen sie doch gleich sämtliche Ringe ab und eroberten sich mit 13 eingesammelten Bällen bereits zu Anfang unter allen Ritterteams souverän die Führung, die sie mit ihren weiteren noch verbesserten Läufen sicher ausbauten. Bis kurz vor Ende sah es nach einem klaren Sieg der BallCatchers aus, lagen sie doch bereits mit über 20 Punkten vor dem bis dahin zweitplatzierten Team aus der Schweiz.

Doch die Dionysianer sorgten für eine weitere Überraschung. Eins ihrer fünf Teams, die BotBurger, mit Oliver Bolte, Stephan Kempkes, Johannes Liehmann, Alexander Richter und Julian Smith hatte aufgrund eines anfänglich defekten Motors zwar große Startschwierigkeiten und musste seine ersten Spiele in beiden Disziplinen verloren geben. Doch nach intensiver Schadensanalyse und –behebung trumpften es in den folgenden Läufen auf, katapultierte sich von einer der letzten Positionen auf Platz 4 hinauf und sorgte in einem fulminanten Endlauf und einer Rekordzahl von 17 aufgesammelten Bällen für die nicht mehr für möglich gehaltene Sensation, den bis dahin unangefochtenen Spitzenreiter ganz knapp hinter sich zu lassen. Mit 114 bzw. 110 Punkten landeten damit diese beiden Dionysianerteams souverän auf Platz 1 und 2 vor dem drittplatzierten Schweizer Team mit 84 Punkten.

Aber auch die drei weiteren Teams des Dionysianum haben mit ihrer Platzierung das Ziel der Qualifizierung für die Endrunde im kommenden Frühjahr auf der CeBit in Hannover erreicht. Das Team „Robots Of The Carribean“ mit Carsten Brinker, Eike Elfert, Elias Hoffmann, Thomas Löcke und Kevin Müller konnte mit seiner kreativen Roboterkonstruktion sehr sicher die Ringe abziehen, musste jedoch beim Ballaufsammeln aufgrund von technischen Schwierigkeiten des Ballaufzugs auf Punkte verzichten. Mit einem sehr guten 11. Platz in der Gesamtwertung und 28 Punkten qualifizierte man sich – ebenso wie die beiden erstplatzierten Mitschülerteams - für die Endrunde der so genannten A-Liga in Hannover. In dieser Liga werden die 16 besten Mannschaften der Chemnitzer Zwischenrunde auf der CeBit nochmals gegeneinander antreten. Dann werden erschwerte Bedingungen herrschen, denn es werden jeweils zwei gegnerische Roboter auf dem Spielfeld stehen, die ihrerseits durch taktische Steuerungen dem Gegner wiederum Bälle und damit Punkte abnehmen können.

Die Mannschaften auf den Plätzen 16 bis 32 mit wenigstens 1 erzielten Punkt sind zur B-Liga in Hannover zugelassen, um dort unter gleichen Bedingungen wie in der A-Liga die Sieger zu ermitteln. Das 4. Dionysianerteam "DioBolus" mit Timo Beumer, Nils Elling, Maximilian Löderbusch, Niklas Nauroth, Dominik Ohlendorf und Jan Schötteldreier hatten für die Aufgabe einen eigens konstruierten Legoroboter ins Feld gebracht. Während die Mechanik ausgezeichnet funktionierte, reagierten die Servomotoren nicht exakt genug, was eine kontrollierte Bewegung auf dem Spielfeld schwierig machte. Mit 15 Punkten und dem 18. Platz verpasste das Team knapp die Qualifikation für die A-Liga, konnte aber einen guten Platz für die B-Gruppe sichern.

Das 5. Dionysianerteam, die StromBots mit Michael Holl, Larissa Bornhorst, Lukas Feltel, Andre Koschorke und Sebastian Seidel hatte großes Pech, da die Schrittmotoren ihres Roboters aufgrund eines nicht nachvollziehbaren technischen Defekts bereits zu Beginn des Turniers ihre Funktionen einstellten. In einer gewaltigen kreativen Umbauaktion schaffte es das Team jedoch, seinen Roboter gerade so zu steuern, dass er zum Schluss noch 9 Punkte erwirtschaften konnte und so mit dem 23. Platz ebenfalls die Qualifizierung für die B-Endrunde erreichte.

Wie schwer die Aufgaben in diesem Jahr sind, zeigte sich bereits an der relativ geringen Zulassungsquote für die Zwischenrunde in Erfurt. Während im letzten Jahr noch über 60 Teams an der 1. Runde teilnahmen, waren es diesmal gerade halb so viele, von denen leider auch einige mit 0 Punkten die Heimreise antreten mussten. Dennoch muss man dem Organisationsteam der TU Chemnitz wieder ein großes Kompliment für die interessante Aufgabe und die perfekte Organisation zollen. Das Ziel des Wettbewerbs, Begeisterung für Technik bei jungen Menschen zu wecken, ist voll aufgegangen. Alle erfolgreichen Teams fiebern schon der Endrunde im März nächsten Jahres zu. Man kann gespannt sein, wie sie ihre Roboter bis dahin weiterentwickelt haben. Unseren Rheinenser Schülern drücken wir natürlich feste die Daumen!

Die Sieger


ZDF-Bericht CEBIT 2007 (youtube.com)

Pressemitteilung vom 25.11.2007 | 18:15
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