Herr Ribbeck, die Bürgschaft und Co.

Balladenwettbewerb am Dionysianum

Schüler überzeugten durch kreative und abwechslungsreiche Vorträge

Text und Bild: Antje Burkhard, 10. Juli 2010

„Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, „Die Loreley“, „Der Zauberlehrling“, „Die Bürgschaft“ – Generationen von Schülerinnen und Schülern haben sich bereits mit ihnen beschäftigt, und auch für die Siebtklässler am Gymasium Dionysianum standen wie in jedem Jahr Balladen auf dem Lehrplan. Im Deutschunterricht wurde diese besondere literarische Gattung, die Elemente der Lyrik, der Epik und der Dramatik beinhaltet, ausführlich bespro­chen, analysiert und interpretiert. Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit den Texten wurden auch Möglichkeiten des Balladenvortrags erprobt, so dass die Klassen bestens gerüstet waren für den Balladenwettbewerb, der am vergangenen Mittwoch (7.7.10) erstmalig am Dionysianum stattfand.

Einzeln, zu zweit oder in Gruppen hatten die Schüler sich intensiv mit einer Ballade ihrer Wahl beschäftigt und ihre ganz eigenen Ideen für die Präsentation umgesetzt. Neben dem klassischen Einzelvortrag gab es szenische Darstellungen, Puppentheaterstücke oder Schatten­spiele. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt – einzige Vorgabe war der freie Vortrag der Ballade. Die Klassen wählten jeweils zwei Klassensieger, die beim Schulentscheid gegen­einander antraten.

Finalisten und Gewinner des Balladenwettbewerbs

Antje Burkhard, Deutschlehrerin am Dionysianum und Moderatorin des Wettbewerbs, begrüßte die sichtlich aufgeregten Finalisten, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sowie einige Eltern in der Aula und stellte die Jury vor, die aus den vier Deutschlehrerinnen Silke Anger­mann, Antje Burkhard, Irmgard Sabelus und Hannelen Stoffers bestand. Dann war es so weit und der Wettbewerb konnte beginnen. Charleen Schreiber, Rebecca Marx, Berit Schütte und Katja Gödde aus der Klasse 7a präsentierten Schillers Ballade „Der Handschuh“ als Gesprächs­thema beim Kaffekränzchen, ihre Klassenkameraden Simon Moß und Jan Buskamp trugen dieselbe Ballade vor, jedoch in einer klassischeren Form .Aus der Klasse 7b traten zwei Paare auf: Nils Kleikamp und Marcel Begic mit „Nis Randers“ von Otto Ernst sowie Valentin Ricken und Jasper Höötmann, ebenfalls mit Schillers „Handschuh“. Die Vertre­te­rinnen der Klasse 7c hatten sich für eine szenische Darstellung von Herders Ballade „Erlkönigs Tochter“ durch Marie-Louise de Wiljes, Sonja ten Thoren, Katharina Book und Lea Rosinke sowie für eine Inszenierung von Fontanes „Herr von Ribbeck“ als Puppenspiel durch Maike Schnippering, Lara Herrmann und Carolin Richte entschieden. Die Schü­le­rin­nen aus der 7a präsentierten ihre Balladen in Einzelvorträgen: Judith Hagemeyer rezitierte Goethes „Erlkönig“ vor und Liza Holtzsch Fontanes „Herr von Ribbeck“.

Nach einem donnernden Applaus für alle Teilnehmer des Wettbewerbs zog sich die Jury zur Beratung zurück, während das gespannt wartende Publikum durch Franziska Molitor und Judith Obermeyer aus der Klasse 7c am Klavier unterhalten wurde.

Bewertet wurden unter anderem die Flüssigkeit des Vortrags, die angemessene Sprech­ge­schwin­digkeit, die sinnvolle Betonung und die stimmliche Gestaltung der wörtlichen Rede. Aber auch gestalterische Elemente flossen in die Beurteilung ein. Den vier Jurorinnen fiel die Ent­scheidung angesichts der sehr unterschiedlichen und schwer zu vergleichenden Prä­sen­ta­tionen nicht leicht. Schließlich entschieden sie sich, zwei erste Preise zu vergeben. Den ersten Platz für einen Einzelvortrag belegte Judith Hagemeyer. Als Gruppe überzeugten Rebecca Marx, Katja Gödde, Charleen Schreiber und Berit Schütte die Jury am meisten und wurden daher ebenfalls mit einem ersten Platz bedacht. Die Siegerinnen erhielten Urkunden und Buch­gutscheine. Auch für die anderen Teilnehmer gab es Urkunden und Stifte.

Am Ende waren sich Teilnehmer, Zuschauer und Jury einig, dass es eine rundum gelungene Veran­staltung war, die sicher in den nächsten Jahren zu einer festen Institution am Dionysianum werden wird.


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